Am 20.05.2026 findet in der Mensa der Freien Evangelischen Oberschule eine ganz besondere Veranstaltung statt: eine (Doppel-) Autorenlesung.
Wir begrüßen an diesem Tag Katharina Bendixen, Autorin des Jugendromans „Taras Augen“ und Johannes Herwig, dessen Werk „Bis die Sterne zittern“ ebenso wie „Taras Augen“ zu den aktuellen Werken der Schulliteratur an weiterführenden Schulen in Sachsen zählt.
„Das sind Taras Augen.“ Mit dem vielschichtigen Motiv des Auges verbindet Katharina Bendixens Jugendroman Taras Augen eine große Bandbreite von Themen und Diskursen. Auf der Inhaltsebene erzählt Taras Augen von den beiden Jugendlichen Tara und Alún, die durch einen Chemieunfall mit katastrophalen Folgen voneinander getrennt werden. Während Alún mit seiner Familie aus der Unfallregion flüchtet und in der Hauptstadt Tonfato ein neues Leben beginnen kann, müssen Tara, ihre Mutter und ihr Großvater zurück in die verseuchte Gelbe Zone ziehen. Um seine Liebe für Tara auszudrücken, zeichnet Alún stilisierte Augen auf Fliesen und klebt diese als Streetart illegal an öffentliche Gebäude.
– Auszug aus „Unterrichtsreihe zum Roman Katharina Bendixen Taras Augen“, veröffentlicht vom Landesamt für Schule und Bildung des Freistaates Sachsen
Johannes Herwigs Debütroman Bis die Sterne zittern ist im Leipzig der Jahre 1936 und 1937 angesiedelt. Historisch befinden wir uns in der Zeit nach den brutalen Anfangsjahren der nationalsozialistischen Herrschaft: Die Diktatur hat sich konsolidiert, politische und gesellschaftliche Institutionen sind gleichgeschaltet, Bildung und Kultur durchgehend ideologisiert. Die kommunistische und sozialdemokratische Opposition gegen das Regime ist aus geschaltet; ihre Mitglieder sind inhaftiert, im Untergrund oder ins Exil getrieben worden. Die Schrecken der Schoah und des Zweiten Weltkriegs liegen jedoch noch in der Zukunft. Der Roman Bis die Sterne zittern erzählt, wie sich in dieser Phase der NS-Zeit einige Jugendliche im Leipziger Süden den Vorgaben des Regimes entgegen stellen. Sie erfinden eine eigene Kleidertracht, die sich an die Mode der Bündischen Jugend in der Weimarer Zeit anlehnt, und grenzen sich damit von den Uniformen der sogenannten „Staatsjugend“ (HJ und BDM) ab. In dieser Aufmachung besetzen sie selbstbewusst den öffentlichen Raum und zeigen so ihren Anspruch, die eigene Freizeit jenseits politischer Vorgaben zu gestalten. Ihrer Herkunft nach sind die Jugendlichen im linkssozialistischen Milieu verwurzelt; allerdings haben sie im vierten Diktaturjahr nurmehr wenig Wissen über linke Bewegungen und Organisationen und keinen Kontakt zu politischen Widerstandsgruppen. Ihre Opposition gegen das totalitäre NS-System verdankt sich ihren eigenen Bedürfnissen und Erkenntnissen.
– Auszug aus „Unterrichtsreihe zum Roman Johannes Herwig Bis die Sterne zittern“, veröffentlicht vom Landesamt für Schule und Bildung des Freistaates Sachsen
Der Eintritt ist frei. Wir bitten jedoch um Spenden zur Kostendeckung.
Bei Gruppen ab 5 Personen bitten wir um vorherige Anmeldung
unter kontakt@ev-schule.de.

